NTZ 28.03.2018: Vom Drama bis zum Comic

Beim Panoptikum der Fritz-Ruoff-Schule zeigen Schüler und Lehrer, was sie können.

Eine interessante Mischung aus Theater, Gesang und Tanz – das versteht man unter dem Panoptikum der Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen. Die Schüler und Lehrer zeigen an diesem Kultur- und Kunstabend, welche kreativen Fähigkeiten in ihnen stecken. Dieses Jahr wurde das Panoptikum wieder unter Leitung des Lehrers Axel Bodart zusammengestellt und organisiert.

Nadja Maschek im Kurzdrama „Einer wird überzeugt“. pm

NÜRTINGEN (pm). Die Moderation übernahmen die Gymnasiastinnen Katharina Hornberger, Laura Lembo und Inka Simon. Ein Höhepunkt war das Kurzdrama „Einer wird überzeugt“ von Matija Beckovic und Dusan Radavic, in dem es um Macht und Machtmissbrauch ging. Die Aufforderung „Gesteh, dass du frei bist!“ im Gefängnis – diesen Widerspruch stellten die beiden Gymnasiastinnen Lara Hertle und Nadja Maschek in den Hauptrollen schauspielerisch sehr stark und überzeugend dar, indem sie zeigten, wie brutale Gewaltanwendung und Manipulation aus Opfern Täter machen. Unterstützt wurden sie von den zwei „Gefängniswärtern“ Paul Maaß und Adina Wagner.

Sieben Schülerinnen, Mitglieder des TV Unterboihingen, präsentierten Rope Skipping, eine moderne Art des Seilspringens. Es war sehr mitreißend, was sie mit dem Seil machen konnten: viele unterschiedliche Sprünge mit teilweise akrobatischen Einlagen, die sie einzeln, in Gruppen mit mehreren Personen, mit einem Seil oder mehreren Seilen ausführten.

Eine eigene selbstgeschriebene Tanz-Choreografie zeigte der ehemalige Schüler Quirin Haberfellner mit Noah Weller. Ihr Tanzstil war eindeutig dem Hiphop zuzuordnen. Sie tanzten zunächst gemeinsam synchron, doch dann entwickelte sich eine Art Hiphop-Battle, bei der die Tänzer wie bei einem Wettbewerb oder Wettstreit ihr Können unter Beweis stellten. Sie steigerten sich ausdrucksstark bei ihren wechselseitigen Auftritten, sodass sie das Publikum mitrissen. Einen Hiphop-Auftritt hatte auch Elina Gerlach aus dem BVJ. Sie trat solo auf und interpretierte die starken Rhythmen ihres Songs sehr dynamisch.

Der Lehrer Benedikt Neumann setzte mit zwei Programmpunkten kreative Akzente. Zunächst hatte er eine Aufgabe für das Publikum, von dem er fünf Begriffe erhalten wollte, aus denen er einen Comic gestaltete. Die Aufführung erinnerte etwas an den bekannten Theatersport – nur mit Comic statt Theater. Keine leichte Aufgabe bei Publikumsbegriffen wie „Donald Trump“, „Hasenkostüm“ und „Leberkäsweckle“. Außerdem beschäftigte er sich mit dem schultypischen Phänomen der Powerpoint-Präsentation auf parodistisch-ironische Weise.

Deborah Bürkle präsentierte beim Poetry Slam sehr engagiert und mitreißend einen selbstgeschriebenen Text zum Thema Freigeist und Freiheit, indem sie die Abhängigkeit des Einzelnen von der Masse kritisierte und für ein freies, selbstbestimmtes Leben appellierte mit dem Aufruf, „den Traum von der Freiheit zu wecken und sich selbst zu entdecken.“

Das musikalische Spektrum war an diesem Abend sehr vielfältig. Das Duo Vivian Spiric und Celina Müller trat gleich zweimal auf. Sie sangen aktuelle Songs aus dem Charts, bei denen ihre Stimmen gut miteinander harmonierten. Zum Abschluss des Panoptikums sang der Lehrer Thomas Schreiter zu seiner Gitarre. Da die Technik versagte, entschied er sich spontan zu einer Unplugged-Version, die ihm auch überzeugend gelang. So klang der Abend vor einem begeisterten Publikum aus, das auf ein sehr vielfältiges Panoptikum zurückblicken konnte.

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