Das Leben ist (k)ein Affentheater

Da musste der diesjährige Pädagogikkurs von Frau Jordan doch noch Einiges lernen. Ein Tier zu verkörpern und dessen tierische Fähigkeiten auf eine menschliche Schauspielrolle zu übertragen- UNVORSTELLBAR! Aber Frau Rudenstein von der Württembergischen Landesbühne schaffte es in uns den Schauspieler zu wecken und das Unvorstellbare möglich zu machen. Theaterpädagogik ist doch eben Kunst, die dem Publikum nach außen sichtbar wird und schafft es gleichzeitig die Pädagogik im Inneren des Publikums wirksam zu machen. Zu Beginn brachte Frau Jordan den Schülern ihres Kurses Texte nahe, in denen die Unterschiede verschiedener Theatertheorien mit der Pädagogik verknüpft wurden. Frau Rudenstein holte uns in die Welt des Theaters und weckte unsere schwachen Gemüter mit einigen warming-up Schauspielübungen zu Beginn auf. Hierzu zählte unter anderem das legendäre „Ninja- Schwert“- eine Übung in der die Reaktionszeit geübt wird. Alle stehen im Kreis und besitzen ein imaginäres Ninja- Schwert. Auf jeden ausgeführten Schlag, der für das Gegenüber im Kreis bestimmt war, folgte ein lautes „HA!“ des Schlägers selbst und auch der beiden Nebenmänner, die den Schläger mit ihren beiden Schwertern währenddessen „einzäunen“. Dann wird der Schlag nach dem „Dominoeffekt-Prinzip“ weitergegeben.

Auch die „Motivationsrakete“ bei der von 1-10 hoch und dann von 10-1 wieder runter gezählt wurde, machte dem Pädagogik-Kurs viel Spaß. Dabei wurde bei der 1 einmal auf den Oberschenkel und bei der 5 fünfmal auf den Oberschenkel geklopft. Das Tempo das Frau Rudenstein schon zu Beginn ansetzte, erforderte viel Konzentration aber motivierte tatsächlich, wie auf dem Bild zu sehen ist. Eine weitere Übung war es durch die Gestik und die Mimik non-verbal eine bestimmte Emotion darzustellen. Hierzu bekam der Pädagogik-Kurs genaue Anweisungen von Frau Rudenstein und tatsächlich bekam es jeder hin, sich in die Emotion hineinzuversetzen. Hier merkten die Schüler auch, was eine gewisse Körperhaltung und ein bestimmter Blick ausmachen können auf der Bühne. So kann ein Schauspieler Wut, Trauer, Freude, Angst, Überraschung, Verachtung und Ekel mit einfachen Kniffs und Tricks darstellen und somit die Wahrnehmung des Publikums täuschen. Auch das Verbalisieren bestimmter Emotionen gelang dem Pädagogik-Kurs sehr gut. Hierbei musste immer der Satz: „Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß“, in einer bestimmten Emotion z.B. erotisch, überrascht, ängstlich… ausgesprochen werden. Dies sorgte auch für den einen oder anderen Lacher. Da musste der diesjährige Pädagogikkurs von Frau Jordan doch noch Einiges lernen. Ein Tier zu verkörpern und dessen tierische Fähigkeiten auf eine menschliche Schauspielrolle zu übertragen- UNVORSTELLBAR! Aber Frau Rudenstein von der Württembergischen Landesbühne schaffte es in uns den Schauspieler zu wecken und das Unvorstellbare möglich zu machen.
Theaterpädagogik ist doch eben Kunst, die dem Publikum nach außen sichtbar wird und schafft es gleichzeitig die Pädagogik im Inneren des Publikums wirksam zu machen.
Auch die Herangehensweise nach Tucholsky erprobten wir gemeinsam mit Frau Rudenstein. Die Theorie nach Tucholsky besagt, das es darauf ankommt, dass der Schauspieler sich in seine Rolle ganz genau einfindet und sich fragt Wer er ist, Was er verkörpert, Wo er sich befindet, … Dies hilft dem Schauspieler enorm, Eins mit der Rolle zu werden, sich mit seiner Rolle zu identifizieren. Und tatsächlich, beim zweiten Anlauf der Erstversuche merkten die Schüler deutliche Unterschiede in der Art und Weise wie man seine Rolle auf der „Bühne“ verkörpert. Als Abschlussprojekt sollten wir eine Szene aus dem Kriminal- Theaterstück „8 Frauen“ spielen. Darin geht es um ein Wiedertreffen an Weihnachten der ausschließlich weiblichen Mitglieder einer reichen Familie im Haus der Eltern, in dem auch die Großmutter lebt. Als der einzige Mann in der Runde, der Hausherr Marcel, direkt zu Beginn der Zusammenkunft mit einem Messer im Rücken aufgefunden wird, beginnen die acht verbliebenen Damen, sich gegenseitig zu verdächtigen. Als das Haus durch heftigen Schneefall von der Außenwelt abgeschnitten wird, wird alsbald klar, dass nur eine von ihnen die Mörderin gewesen sein kann…
Dieses spannende Stück, machte dem ausschließlich weiblich gefüllten PädagogikKurs viel Spaß. In zwei unterschiedlichen Gruppen wurde mit jeweils anderen Methoden Schauspielern erprobt. Im Endergebnis sah man auch den deutlichen Unterschied. Während die eine Gruppe emotional-theoretisch ihre Szene präsentierte, erinnerte das die Schüler an die Filmschauspielerei. Als die andere Gruppe präsentierte erinnerte das an die überspitzt- dramaturgische Art des Theaterschauspiels. Besonders verblüffend war der Widererkennungswert beider verschieden interpretierter Szenen, obwohl die Schüler davor nicht sehr viel Erfahrung im Schauspielbusiness mitbrachten. Beendet wurde das theaterpädagogische Projekt mit tosendem (Theater-)Applaus für Frau Rudenstein und einer netten Feedback-Runde. Diesen tosenden Applaus geben wir als Pädagogikkurs auch gerne an die Säer-Freunde weiter, ohne deren finanzielle Unterstützung das Projekt für uns nicht möglich gewesen wäre.

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