NTZ: 21.07.2021: Schulleiterin der Nürtinger Fritz-Ruoff-Schule in Ruhestand verabschiedet

21.07.2021 05:30, Von Philip Sandrock

Silvia Blankenhorn, Schulleiterin an der Nürtinger Fritz-Ruoff-Schule, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger wird ihr bisheriger Stellvertreter Stefan Kleiner.

Die Schulleiterin und ihr Nachfolger: Silvia Blankenhorn und Stefan Kleiner.

NÜRTINGEN. So groß wie sonst bei Veranstaltungen dieser Art üblich war der Andrang bei der Verabschiedung von Silvia Blankenhorn am Montag nicht. Corona-bedingt durften nur 50 Teilnehmer mit entsprechendem Sicherheitsabstand im Foyer der Fritz-Ruoff-Schule anwesend sein. Mit den Offiziellen von Kreis und Land und anderen Ehrengästen war dieses Kontingent rasch erschöpft. Der Freude der Bald-Pensionärin und ihres Nachfolgers Stefan Kleiner tat dies keinen Abbruch: sie werden deshalb nämlich gleich mehrfach gefeiert. Alles im Rahmen der geltenden Beschränkungen.

Er freue sich, dass solche Veranstaltungen erstmals wieder in Präsenz stattfinden können. Denn eine Kommunikation könne am besten im persönlichen Kontakt stattfinden. Das gelte auch für den Unterricht – eineinhalb Jahre die Kinder nicht in die Schule zu schicken dürfe sich nicht wiederholen, so der Landrat.

Eininger lobte das Engagement und die Erfolge Blankenhorns, die seit 2008 die Fritz-Ruoff-Schule leitete. Sie habe insbesondere die Ausbildung in den Erziehungsberufen vorangebracht, aber auch durch die Zusammenarbeit mit der Mediusklinik einen gemeinsamen Bildungscampus für die Pflegeberufe geschaffen. Eine Arbeit, die Martin Sabelhaus, Abteilungsdirektor im Regierungspräsidium als „Pionierleistung“ lobte. Er überreichte Blankenhorn ihre Entlassungsurkunde und ernannte Stefan Kleiner ganz offiziell zu ihrem Nachfolger.

Der Bildungscampus für die Pflege sei eine echte Vorleistung auf die aktuelle Reform der Pflegeausbildung gewesen. Gleichzeitig habe sie mit einer Pilotklasse in der Pflegeausbildung auch ein Versuchsfeld für die Digitalisierung in der Pflege eingeführt.

Erfolgreich sei auch der Ausbau der Praxisintegrierten Ausbildung in den Erziehungsberufen (PIA) an der Fritz-Ruoff-Schule ausgebaut worden. War die Erzieherinnenausbildung 2008 noch zweizügig, sei sie jetzt, zum Ende der Schulleitertätigkeit Blankenhorns, auf vier Klassen angewachsen. Auch habe die FRS durch den Einsatz der Schulleiterin eine AZAV-Zertifizierung erhalten. Damit kann die Schule auch Arbeitslosen helfen durch Bildungsangebote wieder beruflich Fuß zu fassen.

Christoph Baumgardt, der Geschäftsführer der Zahntechnikerinnung Württemberg, sprach stellvertretend für die Partner der Schule aus dem Berufsleben. Die scheidende Schulleiterin sei immer eine kompetente Ansprechpartnerin gewesen. Mit dem Ruhestand gehe eine Ära zu Ende.

Axel Bodart, der als Vertreter des Personalrats sprach, wünschte seiner Noch-Chefin viel Zeit und Luft zum Durchatmen. Statt Blumen gab es von ihm eine bunte Auswahl an Gartenkräutern, die die angehende Pensionärin für ihr neues Domizil gut gebrauchen kann. Im Altersruhesitz auf der Schwäbischen Alb stehe nämlich die Gartengestaltung noch an – wusste der Kollege.

Auch Thomas Fischle, Geschäftsführender Schulleiter der Berufsschulen im Landkreis Esslingen, lobte das Engagement seiner Kollegin. Die beruflichen Schulen gewährleisteten eine Vielfalt in der Bildungslandschaft. Es sei seine letzte Verabschiedung als Schulleiter, so Fischle: Er selbst gehe ebenfalls zum 1. August in Ruhestand.

Silvia Blankenhorn war sichtlich gerührt ob des ganzen Lobes ihrer Person. „Eine Schulleiterin ist ein ganz kleiner Teil einer Schule.“ „Mir hätte nichts Besseres passieren können als diese Schule“, betonte Blankenhorn. Das gesamte Team an der Fritz-Ruoff-Schule habe eine tolle Arbeit geleistet. Egal ob Kollegium, Sekretariat oder Hausmeister. Der Landkreis als Schulträger habe die Arbeit der Schule stets unterstützt, jüngstes Beispiel sei die gelungene Brandschutzsanierung.

Ihrem Nachfolger schenkte sie das Buch „Der König und das Meer“, es soll ihn an drei Dinge erinnern: Bescheidenheit, Weitsicht und vor allem Vertrauen in die Menschen, die hier an der Schule arbeiten.

Kleiner dankte für das Vertrauen in ihn: „Lehrer zu werden war für mich ein Herzenswunsch.“ Jetzt habe er die Möglichkeit, hier die Weichen zu stellen. Dafür dankte er allen Beteiligten.

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